Mit dem Motorsegler nach Schweden

Unsere beiden Vereinsmitglieder Kilian Wörn und Tobias Kleinert sind im August mit dem Vereinsmotorsegler über Dänemark bis nach Schweden geflogen. Im Folgenden nun ein Bericht der Beiden über diese sehr schöne und einzigartige Sommerreise:

 

Auf Grund der schlechten Wettervorhersage in Süddeutschland für Sonntag, entschieden wir uns Samstag Abend loszufliegen. Vollgepackt mit Zelt, Schlafsack, Isomatten und den allernötigsten Sachen erreichten wir den Flugplatz Fulda-Jossa gegen 20.00 Uhr. Die Gastfreundschaft vor Ort war herrausragend. 10 Minuten nach der Ladung hatten wir die Teller voll mit Grillsachen und wir saßen bis kurz vor Mitternacht am Lagerfeuer zusammen.

 

Der erste Teil unserer Strecke führte uns bis Hildesheim, südlich Hannover. Bis dahin war das Wetter gut, im darauffolgenden Abschnitt leider nicht mehr. Nördlich Hannover mussten wir uns in Ameisenkniehöhe durch Schauer arbeiten, konnten aber dank vieler inaktiver Lufträume direkt unser nächstes Ziel Rendsburg ansteuern. Nördlich von Hammburg machte das Wetter auch schon wieder besser mit, und der zweite Tankstopp verlief problemlos. Die dritte Landung war in Flensburg, da man von dort ohne offiziellen Flugplan auf die dänische Insel Aerö fliegen kann. Mit Schwimmwesten angeschnallt ging es dann das erste mal aufs Wasser raus, mit einem etwas mulmigen Gefühl. Nach 30 Minuten landeten wir das erste Mal in Dänemark und hatten somit unser Tagesziel für Sonntag erreicht.

Das erste Mal allein am Steuer

Am Sonntag, den 19.05.2016, durfte unser Flugschüler Marc Bamann seinen ersten Solo-Segelflug absolvieren. Dieser erste Alleinflug ist für jeden Piloten ein prägendes Ereignis, muss doch der angehende Pilot nun ohne den bis dahin immer begleitenden Fluglehrer auskommen.

Marc meisterte diese Herausforderung jedoch trotz des am Sonntag teilweise wechselnden Wetters problemlos und zeigte eine perfekte Landung mit unserem Schul-Segelflugzeug, der ASK21. Marc fliegt seit 2015 beim FSV Mössingen und hat mit gerade einmal 65 Starts mit Fluglehrer jetzt die ersten Allein-Flüge unternehmen können.

Der FSV Mössingen gratuliert Marc und wünscht ihm bei seinen weiteren Flügen immer allseits gute Landungen.

1000 km Fliegen ohne Motor

"1000 km- eine Strecke von der ich kaum zu träumen wagte. Doch dann .... "

Unserem Vereinsmitglied Toni Kittler ist es Anfang Mai gelungen eine Strecke von 1000 km im Motorlosen Flug mit einem Discus 2c mit 15 m Spannweite zu erfliegen. Diese außergewöhnliche Leistung erreichen nur sehr wenige Segelflugpiloten in Ihrem Leben und Toni ist mit seinen 19 Jahren überhaupt erst der 2. Pilot des FSV Mössingen, dem dieses ungewöhnliche Kunststück gelungen ist.

"Ich war mit unserem Vereinsdiscus "F1" in Neresheim beim D-Kader Trainingslager von wo aus ich bereits dank des überragenden Wetters zwei Flüge über 600 km erfliegen konnte. Das Wetter wurde sogar noch besser und die Thermik schaffte beste Bedingungen."

Alle Wetterprognosen versprachen „Hammerwetter“, was Toni um kurz nach 6 Uhr in der Früh aus dem Bett gezogen hat. Flugzeug aufbauen, Wasserbalast in die Flächen tanken, frühstücken, noch ein letztes gemeinsames Briefing und schon gingen um kurz vor 10 Uhr die ersten Starts im Flugzeug-Schlepp los.

Das Ziel für Toni am diesem Tag war: zuerst die Alb entlang Richtung Süden nach Titisee-Neustadt, dann über den Schwarzwald und Odenwald nach Gemünden am Main, um dann nach der Wende in Kelheim in Niederbayern den letzten Schenkel nach Neresheim zurückzulegen. Geplant war ein Dreieck von 750 km Länge. Eine stolze Strecke, für die man möglichst keine Zeit verlieren sollte, wenn man abends auf dem Startflugplatz landen möchte. Deshalb verschenkte Toni auch keine Zeit und flog schon um kurz vor halb 11 Uhr in Neresheim ab. Allerdings ließ zu dem Zeitpunkt die Wolkenbasis - die Unterseite der Wolken, bis zu welcher ein Segelflugzeug steigen kann - noch zu wünschen übrig. Mit lediglich 1500 Metern über dem Meeresspiegel und somit ca. 950 Metern über dem Gelände, waren die Arbeitshöhen über der Alb noch nicht ganz so komfortabel wie gewünscht, zumal Toni über ansteigendem Gelände unterwegs war.

"Schnell trennte sich mein Flugweg von den anderen und wir waren nur noch über Funk in Kontakt. Kurze Zeit später war ich bereits fast 15 km voraus, allerdings änderte sich das als ich mich immer weiter zur Albkante hin orientierte."

Hier fehlte es zu dieser Tageszeit noch an aufgereihten Aufwinden, sodass Toni sich auf Höhe des Balinger Plettenberges das erste Mal aus Albkantenhöhe "ausgraben" musste. Nachdem er sich bei Villingen-Schwenningen dann bereits das zweite Mal ausgegraben hatte, fand er wieder Anschluss an Aufwinde und war endlich wieder auf einer guten Linie unterwegs. Die meisten D-Kader -Kameraden hatten zu diesem Zeitpunkt schon die erste Wende, Titisee-Neustadt, erreicht.

"Allerdings versuchte ich mich davon nicht beeinträchtigen zu lassen und konzentrierte mich noch stärker auf das schnelle Vorankommen."

Der Flug über den Schwarzwald lief hervorragend und Toni konnte sogar wieder ein wenig aufholen. Auch im dritten Flugabschnitt war Toni sehr schnell: "Ich kurbelte in der Thermik, die mich mit 7,2 Metern pro Sekunde in die Höhe schoss - so etwas hatte ich davor noch nie gehabt!"

26. Segelflugwettbewerb: Eine schöne Wettbewerbswoche geht zu Ende

Vom 21. - 28. Mai 2016 fand der 26. Farrenberg Segelflugwettbewerb statt. An den Start sind 32 Flugzeuge in zwei Klassen gegangen; die Standardklasse und die Offene - Klasse. Die beiden Klassen unterscheiden sich durch die Gleitleistung der verschiedenen Segelflugzeuge.

In der Standardklasse gingen 15 Flugzeuge an den Start, welche in der Wettbewerbswoche insgesamt 12.654 km weit geflogen sind. Den schnellsten Wettbewerbsflug der Standardklasse erzielte hierbei Toni Kittler mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 90, 54 km/h.In der Offenen- Klasse gingen 17 Flugzeuge an den Start, welche eine Gesamtstrecke von 17.486 km erflogen. Den schnellsten Flug erzielte hier Klaus Kalmbach mit einer Geschwindigkeit von 119,34 Km/h.

Aus beiden Klassen ergibt sich eine Gesamtdistanz von 30.140 km, welche die Wettbewerbsteilnehmer in nur einer Woche erflogen haben. Wenn man den Erdäquator mit einem Umfang von 40.070 km als Referenz betrachtet, ist diese Leistung beachtlich!

Den Wettbewerb mitverfolgen...

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Die Aufgaben und Wertungen gibt es weiterhin auf unserer Wettbewerbsseite.